An(ge)dacht

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukas 1,78-79

Das Beständigste auf dieser Welt, sagt man, sei die Unbeständigkeit. Und doch gibt es eine beständige Sehnsucht nach Licht. In der dunkelsten Jahreszeit werden die Städte mit Lichterketten hell gemacht. Wer lebt schon gerne im Dunkeln? Und Licht hat ja auch was mit Wärme zu tun. Dunkelheit und Kälte sind sehr unangenehme Gesellen.

In unserer modernen Gesellschaft gibt es viele Menschen, die trotz Lichtes und Wärme frieren.

Das war wohl auch zur Zeit der Geburt Johannes des Täufers so. Die Menschen sehnten sich nach Licht und Wärme, d.h. nach Liebe und Geborgenheit. Und diese Sehnsucht zieht sich durch bis in die heutige Zeit. Um diese Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit zu befriedigen, sucht sich der Mensch durch Ersatzhandlungen Befreiung zu schaffen. Alles muss diesem Ziel dienen. Wenn es doch nicht klappt, müssen Erklärungen her. Schuldige werden benannt und damit lebt es sich dann beruhigter.

„O Tempora o Mores“ klagt die gebildete Welt.“ So sind nun mal die Zeiten!“ klagt der Rest. Und wir, die wir das angekündigte Licht, Jesus, in unser Herz gelassen haben, wie gehen wir nun mit der Dunkelheit und der Kälte dieser Welt um? Ziehen wir uns darauf zurück, dass Jesus in seinen Endzeitreden schon davon geredet hat? Ergeben wir uns in diese Zeit? Sind unsere Füße auf dem Weg des Friedens, bei dieser Dunkelheit um uns herum?

„Was sagt die Schrift?“, so kenne ich das aus meiner Kindheit. In der Bibelstunde suchten, die aus meiner damaligen Sicht sehr alten Leute, nach Lösungen auf die Fragen ihrer Zeit. Fragen wir uns heute auch noch so? Oder richten wir uns nach Statistiken und sonstigen Erkenntnissen aus? Ich kenne das aus meiner Tätigkeit im Gefängnis, dass Menschen in einer furchtbaren dunklen Situation leben. Schon bei Andeutung einer Annäherung fahren sie alle Abwehrstacheln aus. Sie können sich überhaupt gar nicht vorstellen, dass es Liebe und Geborgenheit tatsächlich geben kann. Und wenn ich mit meiner Botschaft kam, war diese Abwehr sehr stark. Hintergrund dieser Abwehr ist die blanke Angst. Angst vor der Erkenntnis des eigenen „Verlorenseins“. Erst durch mein ständiges „Dasein“ konnte ich im Laufe der Zeit Zugang zu ihnen finden.

Aus der Schrift können wir erlesen, dass Jesus zu diesen Verlorenen hinging. Im Laufe der Zeit kamen sie dann zu ihm. Für mich stellt sich die Frage: Sind wir noch Botschafter des Lichts und gehen zu den Menschen im Dunklen? Die im Dunkeln sitzen, müssen nicht zwingend im Gefängnis sein. Es müssen auch nicht die sein, die am Ende der sozialen Skala stehen. Ich denke aber, dass wir zu den Menschen hingehen müssen.

„Was sagt die Schrift?“ Es waren keine besonderen Programme, die die Gemeinde in Jerusalem wachsen ließ, sondern der Umgang miteinander war ausschlaggebend für die Menschen. Es ist also unsere Predigt des Handelns eindrücklicher, als unser Reden. Weil jetzt die Abende länger werden, haben wir eventuell Zeit darüber nachzudenken,


meint js

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