Geliebter Bruder, ich wünsche dir, dass es dir in jeder Hinsicht gut geht und du gesund bist. (3. Johannes 2)
(aus der Übertragung des Neuen Testaments „Willkommen Daheim“)

Der Schreiber wünscht dem Bruder Gesundheit. Wünscht Gott uns also auch Gesundheit? Kann man den Wunsch des Schreibers mit Gottes Wunsch für uns gleichsetzen? Und warum gibt es trotzdem so viele Kranke? Gibt es dazu eine Erklärung?

„Dass es dir gut geht so wie es deiner Seele gut geht.“, so steht es in der Elberfelder Übersetzung.
Geht es deiner Seele gut?
Was bedeutet das eigentlich? Lebst du im Einklang mit dir selbst, mit deinen Überzeugungen, im Frieden mit deinen Lebensumständen? Oder haderst du mit deinem aktuellen Leben? Auch das ist für eine Zeit in Ordnung. Ärger, Enttäuschung, Wut, Unverständnis auch Gott gegenüber zu äußern. „Das Leben ist kein Wunschkonzert“. Es ist wichtig, solche Gefühle zuzulassen, auszudrücken und einen Umgang damit zu finden, auch wenn (noch) kein Ausweg, (noch) kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Jede Krise ist eine Chance. Eine Möglichkeit, Altes zu überdenken, sein Leben möglicherweise umzustrukturieren, sich Unterstützung zu suchen.

Wie kannst du für deine Seele sorgen? Welche Möglichkeiten gibt es?
• Sich im Alltag Zeit nehmen für Hobbys, Freunde, Entspannung.
• Auf eine gute Balance zwischen Arbeit und Erholung achten.
• Regelmäßig zu reflektieren: Wie geht es mir?
• Ruhe bzw. ausreichender Schlaf
• Zeit für Kontemplation: Nachdenken über Gott, sein Wort, dazu gehört auch
• Zeit zum bewussten Hören (Der Vogelgesang ist gerade ein Ohrenschmaus), bewussten Sehen und Wahrnehmen (Dazu lädt uns der Frühling geradezu ein), Fühlen (Kochen und Backen bietet genau das) und Schmecken. Genießen mit allen Sinnen. Das tut der Seele gut und bringt uns direkt zu Gott, weil er der Geber aller guten Gaben ist.
• Zeit zum Freuen.
• Zeit zum Trauern.

Wer sich dazu nicht die Zeit nimmt, riskiert psychosomatische Beschwerden, wie Magenschmerzen, Kopfweh, Reizdarm, Schlafstörungen, Gereiztheit.
Ich bin überzeugt, dass Gott möchte, dass es uns gut geht und wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Nur so sind wir in der Lage, anderen Menschen irgendetwas Positives zu geben. Wie es an anderer Stelle heißt: Liebe Gott und deinen Nächsten (Mitmenschen) WIE DICH SELBST. Ohne Selbstfürsorge können wir trotz aller guten Bemühungen nicht wirklich Gottes Liebe durch uns hindurchfließen lassen, weil wir das Leben selbst nicht mehr genießen können, sondern es als anstrengend, als Last empfinden. Und das ist nicht das Ziel unseres liebevollen und fürsorgenden Vaters im Himmel für uns. Er möchte, dass es uns bei allem gut geht und wir uns nicht vergessen. Arbeit, Aufgaben und Nöte, die uns zum Handeln „auffordern“, wird es immer geben. Aber unser Leben ist kräftemäßig und zeitlich begrenzt.

Gibt es nun eine Erklärung für die vielen Kranken? Ist dafür jeder verantwortlich? Ich glaube, es gibt dafür keine einfache, schnelle Antwort. Das Leben ist kompliziert. Rückwärts betrachtet, gibt es dafür keine Erklärung. Wir können nur für das Jetzt und Heute sorgen. Indem jede/r für sich ihren/seinen Teil tut, dafür sorgt, dass es der Seele gut geht und wir dabei Gott vertrauen und bitten, dass er einfach, egal, wie die Situation ist, uns beisteht, tröstet und uns von Tag zu Tag hilft.

Kirstin Junkel de Garcia