Ein Traum von Gemeinde

„Träumen kann man viel ...“ wird bei dieser Überschrift mancher denken und vielleicht kommt dann auch der Frust hoch, den man in einer real existierenden christlichen Gemeinde leider immer wieder erlebt. Eine christliche Gemeinde ist keine Insel der Seligen, nicht eine Gemeinschaft der besonders Netten oder Problemlosen, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die einfach durch den Glauben an Jesus Christus von Gott zusammen gestellt ist. Warum also beschäftigen wir uns mit Gottes / unserem / meinem Traum von Gemeinde?

1. Es geht um eine Vision, eine lebendige Sicht für Gemeinde.

Wir könnten statt vom „Traum“ genauso gut von unserer „Sicht“ für Gemeinde reden – oder (abgeleitet vom lateinischen Wort für Sehen „videre“) von unserer „Vision“ für Gemeinde. Gemeint ist in jedem Fall der Versuch, eine Vorstellung von dem zu bekommen, wohin Gott mit der Gemeinde will. Wir wollen positiv vor Augen haben, wofür wir als Gemeinde arbeiten. Auch die Bibel benutzt dafür immer wieder Bilder – eins, das mich sehr anspricht, ist das Bild vom „Haus Gottes“: Lasst euch selbst als lebendige Steine in das Haus einfügen, das von Gott erbaut wird und von seinem Geist erfüllt ist. (1.Petrus 2,5) Die Bibel spricht immer wieder von Gemeindeaufbau, von Wachstum. Gottes Haus wird in dieser Welt gebaut, jeder einzelne Christ ist darin ein lebendiger Stein. Es geht also beim Christsein nicht nur um eine individuelle Beziehung zu Jesus Christus – es geht immer auch darum, sich einzufügen in das Gesamte. Gott will aus Menschen ein Haus bauen – sein Haus!

2. Gemeindeaufbau orientiert sich an Jesus und der Bibel.

In Epheser 2,20 wird dieses Haus so beschrieben: Denn ihr seid ja in den Bau eingefügt, dessen Fundament die Apostel und Propheten bilden, und der Eckstein im Fundament ist Jesus Christus. Als erstes hat Gott den Eckstein gesetzt: das ist Jesus Christus. Das ist der erste Stein des Fundaments. Er markiert: Hier ist die Hausecke. Hier kommt es hin. Und alle weiteren Steine werden an diesem ersten Fundamentstein ausgerichtet. Fundament des Hauses sind die Apostel und Propheten. Das markiert die Beziehung zum Wort Gottes: Das Zeugnis der Apostel und Propheten finden wir heute in der Bibel des AT und NT. Alle weiteren lebendigen Steine fügen sich nun in den Bau ein - jeder baut auf anderen Steine auf, wird von ihnen getragen und soll gleichzeitig auch andere Steine über sich tragen, soll mithelfen, dass der Bau weiter wächst.

3. Das Haus wird von Gott gebaut und er wohnt darin durch seinen Geist.

Gott wohnt in der Gemeinde. Sie ist der Tempel Gottes. Das heißt: 
1. Gemeinde ist der Ort, wo Gott angebetet wird. Hier bekommt er die Ehre, die ihm gebührt. Hier verstehen sich Menschen als seine Kinder, vertrauen ihm. So war es von der Schöpfung an gedacht. Gemeinde hat ihren Zweck bereits in sich selbst als Ort der Gemeinschaft mit Gott. 
2. In der Gemeinde ist Gott in der Welt gegenwärtig. Hier ist er zu finden, wenn Menschen ihn suchen. Auch wenn eine zweckmäßige Kirche dafür eine große Hilfe sein kann: Gemeint ist damit nicht das Kirchengebäude, sondern die Menschen – die Gemeinschaft der lebendigen Steine. In den lebendigen Steinen wohnt Gott und durch sie führt er sein Werk der Versöhnung und Erlösung in der Welt weiter.

Es ist unglaublich, welche Bedeutung Gott damit einer lokalen Ortsgemeinde gibt! Hier wirkt seine Kraft, sie bringt Hoffnung in die Welt. Und sie tut das – damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt – nicht als ein Prachtbau, sondern als Baustelle. Es wird immer noch dran gebaut, es gibt noch viele Ecken und Kanten. Gott liebt sie und gebraucht sie genau so! Gottes Traum-Gemeinde ist eine Baustelle – eine Baustelle mit unglaublich viel Leben darin, mit Menschen, die Hand in Hand arbeiten, die sich gegenseitig stützen, mit Bauarbeitern, die neue Bautechniken ausprobieren ...

Dabei sein. Sich von Gott durch Glauben und Taufe einfügen lassen. Mitbauen! Ich glaube, es gibt auf dieser Welt nichts Lohnenderes.

Michael Lefherz

Herrnhuter Losung

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